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Call for Papers


Der Call for Papers ist geschlossen. Wir bedanken uns für 156 Einreichungen für Vorträge, Workshops und Posterpräsentationen und freuen uns auf eine lebendige Kongress-Woche im August 2020 in Marburg!


Der Verband für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik veranstaltet vom 03.08.2020 - 07.08.2020 in Marburg den XXXVII. Kongress für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik mit dem Thema

Leben. Bildung. Partizipation.

individuell - spezifisch - flexibel

und lädt alle VBS-Mitglieder, blinde und sehbehinderte Menschen und darüber hinaus Interessierte aus dem Feld der Bildung, Erziehung und Rehabilitation bei Blindheit und Sehbehinderung dazu ein, diesen Kongress als Plattform zur weiteren Entwicklung inklusiver Lern- und Lebenswelten zu nutzen.

Der Kongress soll der Tradition folgend, Gelegenheit zu wissenschaftlicher Diskussion, fachlichem Diskurs, zum Sammeln neuer Erkenntnisse und Erfahrungen und zu persönlichem Austausch im nationalen und internationalen Rahmen bieten.

Mit dem Thema „Leben. Bildung. Partizipation. individuell – spezifisch – flexibel“ sollen die in den zurückliegenden Kongressen aufgezeigten Perspektiven einer sich permanent weiterentwickelnden Blinden- und Sehbehindertenpädagogik aufgegriffen und fortgeführt werden. Der Dreiklang „Leben, Bildung, Partizipation“ soll auf die Zusammenhänge gesellschaftlicher Teilhabe in allen Lebensphasen anspielen, wobei bewusst auf die Rolle der Blinden- und Sehbehindertenpädagogik bei der konkreten Umsetzung fokussiert wird. Die Gestaltung inklusiver Lern- und Lebenswelten erfordert Expertise, die individuelle, spezifische und flexible Entwicklungswege aufzeigt. Der Kongress möchte diese Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten theorie- und anwendungsbezogen abbilden und einen Beitrag zur Erweiterung von Handlungsoptionen leisten.

Der Kongressausschuss hat sich für eine flexible Grundstruktur entschieden, die vier fortlaufende Themenbänder vorsieht, so dass über mehrere Kongresstage hinweg Themenschwerpunkte kontinuierlich verfolgt oder bewusst gewechselt werden können. Inklusion stellt kein eigenes, separates Themenband dar, sondern ist in allen Themenbändern enthalten und mitgedacht. Dasselbe gilt für den Themenbereich übergreifenden Aspekt der mehrfachen Beeinträchtigung.

Eine Teilnahme am Kongress ist wieder in den Durchgängen Montag bis Freitag (03.08. - 07.08.2020), Montag bis Mittwoch (03.08. - 05.08.2020), Mittwoch bis Freitag (05.08. - 07.08.2020) oder tageweise möglich.

Die Themenbänder sollen Präsentationen und Erfahrungen zu folgenden Inhaltsbereichen zusammenfassen:

1. Digitalisierung

Die rasanten Entwicklungen im Bereich digitaler Medien und elektronischer Hilfsmittel eröffnen im Kontext der Blinden- und Sehbehindertenpädagogik einerseits vielfältige Teilhabechancen, können andererseits aber auch neue Barrieren entstehen lassen. Grundsätzlich muss auf den Abbau von Teilhabebarrieren konsequent geachtet werden. Darüber hinaus gilt es, didaktische Konzepte zu entwickeln, die die Digitalisierung insbesondere in den Bereichen der Informationstechnologie, assistiver Technik und Veranschaulichungsmedien in sinnvolle Lehr-Lern-Szenarien einbinden, einen emanzipierten Umgang mit neuen Technologien fördern sowie Abhängigkeiten und Missbrauch vorbeugen.

2. Professionalisierung / Qualifizierung / Interdisziplinarität

Die Gestaltung inklusiver Lern- und Lebenswelten setzt eine entsprechend ausgerichtete Professionalisierung aller handelnden Personen voraus. Hierbei muss sichergestellt werden, dass in allen pädagogischen Handlungsfeldern geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um notwendige Qualitätsstandards abzuleiten bzw. vorhandene zu sichern oder diese an neue Herausforderungen anzupassen und weiterzuentwickeln. Die Professionalisierungsmaßnahmen betreffen alle Berufsgruppen der Pädagogik, Psychologie, Medizin und Rehabilitation und insbesondere auch alle Formen der Kooperation der verschiedenen Disziplinen untereinander bzw. mit unterstützenden Diensten wie Assistenzkräften.

3. Bildung

Zu Beginn der zweiten Umsetzungsdekade der UN-Behindertenrechtskonvention stellt sich die Frage, wie sich der geforderte Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung aktuell darstellt. Welche inklusiven Entwicklungen werden verfolgt? Wie sehen Lösungswege aktueller Herausforderungen beispielsweise in der Frühförderung oder im Schulbereich, aber auch im Bereich des lebenslangen Lernens aus? Der Fokus sollte hierbei sowohl auf notwendige strukturelle Entwicklungen als auch auf konkret-didaktische Lösungsansätze gelegt werden.

4. Wohnen, Arbeit, Freizeit

Inklusive Lern- und Lebenswelten beschränken sich nicht auf den Bereich der Bildung. Inklusion erscheint als umfassende gesellschaftliche Aufgabe, die eben nicht mit dem Verlassen der Schule endet. Welche Konzepte verfolgt die Blinden- und Sehbehindertenpädagogik, um umfassende gesellschaftliche Teilhabe in den Bereichen Wohnen, Arbeit und Freizeit zu ermöglichen? Institutionelle Entwicklungen, rechtliche Rahmenbedingungen und deren Umsetzung, aber auch Rehabilitationsmaßnahmen auf unterschiedlichen Ebenen können Gelingensfaktoren für erfolgreiche Teilhabe sein.

Wir laden Sie ein, sich in den Themenbändern zu beteiligen und wünschen uns

  • Vorträge, die den neuesten Stand der Forschung repräsentieren und/ oder aktuelle, reflektierte Erfahrungen aus den Handlungsfeldern vorstellen (30 Minuten mit anschließender Diskussion)
  • Interaktive und praxisnahe Workshops, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aktiv in die thematische Arbeit einbeziehen (90 Minuten)
  • Posterpräsentationen und Posterwerkstätten, in denen Abschluss- und Qualifikationsarbeiten (Bachelor, Master, Staatsexamen, Dissertation etc.) oder Forschungskonzepte und -ergebnisse am Mittwochnachmittag aktiv im Gespräch mit interessierten Besucherinnen und Besuchern persönlich vorgestellt werden.